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SL102, 1939 Newbie-Fragen

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 BeitragVerfasst: Freitag 14. Mai 2021, 19:54  Mit Zitat antworten  

Registriert: Donnerstag 13. Mai 2021, 22:49
Beiträge: 6
Wohnort: Schwanstetten
Hallo Forum!

Ich bin neu hier, weil ich mich kürzlich in der Scheune in eine SL102, BJ 1939 verguckt habe.
Tatsächlich ist das auch mein erstes Restaurationsobjekt älter als aus den 1970er Jahren.

Zwar hab ich mich natürlich schon nach Technikdetails/Dokus umgehört und umgeschaut, kann aber noch nicht sagen ob oder wann ich da was bekomme und was da drin steht.
Daher hier ein paar Anfängerfragen, in der Hoffnung, ihr könnt mir vielleicht helfen:

- Welche Zündkerze ist/war da verbaut? -> Das verbaute Teil ist ~82 Jahre alt. Man erkennt nichts.
- Hat der Motor eine Kopfdichtung? Wenn ja welche? Papier? Blech? Oder was anderes? - Der Kopf war nur locker montiert. Es sieht aus, als wäre irgendwann eine dünne Papierdichtung drauf gewesen.
- Wie wird der Auspuff gegen den Zylinder abgedichtet? Mit einer Dichtschnur? Oder garnicht? -> verbaut war nichts.
- Wie kann man am einfachsten das Zündkabel tauschen? Muss das Zwischenstück am Motor ausgebaut werden? Muss das Polrad runter? - Das Zündkabel hängt derzeit etwas unmotiviert rum. Ansonsten schaut Zündung/Unterbrecher alles sehr sauber aus. Ich hab manchmal auch einen Funken. Aber der "Sitz" des Kabels gefällt mir dennoch nicht wirklich.

Wäre toll, könnte mir jemand mit diesen Startfragen weiterhelfen!
Anbei noch ein Bild. Sieht ziemlich mitgenommen aus. Aber ich mag sie trotzdem. - Und ich denke, doch recht original und technisch recht gut erhalten. Und es sind jede Menge Lackdetails vorhanden. Die mag ich auch.... :-)

Vielen Dank und viele Grüße
Rene


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rl_sl102_1939.jpg
rl_sl102_1939.jpg [ 220.95 KiB | 551-mal betrachtet ]
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 BeitragVerfasst: Samstag 15. Mai 2021, 23:45  Mit Zitat antworten  

Registriert: Donnerstag 13. Mai 2021, 22:49
Beiträge: 6
Wohnort: Schwanstetten
Vielen Dank an den Helfer!

- Welche Zündkerze ist/war da verbaut? -> Das verbaute Teil ist ~82 Jahre alt. Man erkennt nichts.
GEKLÄRT: Bosch M45
- Hat der Motor eine Kopfdichtung? Wenn ja welche? Papier? Blech? Oder was anderes? - Der Kopf war nur locker montiert. Es sieht aus, als wäre irgendwann eine dünne Papierdichtung drauf gewesen.
GEKLÄRT: Nein. Hat er nicht
- Wie wird der Auspuff gegen den Zylinder abgedichtet? Mit einer Dichtschnur? Oder garnicht? -> verbaut war nichts.
GEKLÄRT: Es gibt einen Dichtring. Kupfer 26x32x2mm
- Wie kann man am einfachsten das Zündkabel tauschen? Muss das Zwischenstück am Motor ausgebaut werden? Muss das Polrad runter? - Das Zündkabel hängt derzeit etwas unmotiviert rum. Ansonsten schaut Zündung/Unterbrecher alles sehr sauber aus. Ich hab manchmal auch einen Funken. Aber der "Sitz" des Kabels gefällt mir dennoch nicht wirklich.
Vermutlich nicht. Muss ich mir noch anschauen.


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 BeitragVerfasst: Dienstag 18. Mai 2021, 10:10  Mit Zitat antworten  

Registriert: Montag 27. Februar 2012, 12:02
Beiträge: 71
Hallo SL 102 Fahrer,

der Motor ist ein Sachs 98M32 (98cm3 32 Start der Fertigung???)
Einfach mal googeln, da ist die Ersatzteilversorgung entspannt.

Generell solltest du altteile so lange halten wie es geht, der neue Schrott taugt wenig. Zündkabel geht ein Standart Kabel aus dem Zubehör. Den alten Zündkerzenstecker nicht tauschen gegen einen mit Vorwiderstand, dass schwächt die alte Zündanlage. Kondensator pürfen und halten, die neuen Taugen gerne nichts..
Zum Kabeltausch kann man die Holzdurchführung rausdrehen aus den Motor aus der Erinnerung. Das Polral muss glaube ich nicht ab.

Den Motor wirst du zerlegen dürfen. Wichtig ist das radiale Spiel der Kurbelwellenlager. Gibt es hier spiel wandert später dein Zündzeitpunkt, der Motor läuft nicht richtig. Die Dichtungen der Welle habe ich auf modere Simmerringe umgebaut. Ích musste auch die Kurbelwelle tauscheb.
Die Korkkupplung ging auch bei mir, es gibt keinen Grund zum umbauen.

Reparaturanleitung gibt es glaube ich hier im Club oder sonst leicht zu erwerben. Ein Spezialwerkeug zum abziehen der Kurbelwellenlager von der Kurbelwelle hätte ich....

Die Hinterachse gut behandeln, die Ersatzteilversorgung ist schwierig.

Hier gibt es einige Ersatzteile:

https://victoria-oldtimer.de/webshop/-T ... chs-98-M32

Tretlagerachse ist OR Express und nicht mehr zu bekommen. Das Tretlager ist ein Glockenlager, das gibt es aus den neuen Bundesländern Teile, dort wurde es noch lange verwendet.

Brennt die Birne hinten beim Umschalten auf Fernlicht ständig durch´(das wird sie machen), noch mal melden.

Motor braucht Gemisch, klar?

Vergaserdüse noch mal überprüfen ob die richtige drin ist.

Die Lagerung der Gabel vorne genau auf Spiel untersuchen. Die Lager kann man auf einer Drehbank nachfertigen. Gerne sind die Achse eingelaufen, das ist dann halt son. Zum Nachschmieren die Reibscheiben oben unten Lockern, sonst baut man unnötig Druck beim einpressen auf. Das nachschmieren ist wichtig und sollte regelmäßig durchgeführt werden. Es gibt halt eine Sauereri. Oben gibt es linksgewinde!

Das Getriebe verlangt ein Fließfett das fest im kalten Zustand ist. Im Betrieb wird es warm und kann nur dann aus den Dichtungen austreten....

Lege viel Wert auf die Bremsen, die sind das Hauptproblem. Die Vordere habe ich inzwischen gut hinbekommen. Das Ding bremst halt wie 1938, was kein Problem darstellt wenn alle Fahrzeuge Bremsanlagen mit der Leistung von 1938 haben. Heute fährst du einfach auf den Vordermann auf wenn er "in die Eisen " geht....

Trotzdem viel Spaß beim Rumknattern, die Kiste ist voll Alltagstauglich und nach ein paar Startschwierigkeiten wird du es immer seltener heimschieben....

Vg Holger


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 BeitragVerfasst: Dienstag 18. Mai 2021, 22:35  Mit Zitat antworten  

Registriert: Donnerstag 13. Mai 2021, 22:49
Beiträge: 6
Wohnort: Schwanstetten
Hi Holger!
Danke für die vielen Praxistipps!

Etappenziel 1 ist laufender Motor und das bischen Elektrik, was da verbaut ist. Teile sind bereits alle auf dem Weg...
- Und auf dem Weg da hin, alles, was man anfasst säubern und in einem besseren Zustand belassen: Bremsen vorne und hinten, Antrieb und Schaltung gehen mittlerweile wieder wunderbar.
Obwohl die Optik recht mitgenommen wirkt, ist die Technik mMn überraschend gut: sämtliche Schrauben gehen wie Butter und die Zündanlage sieht optisch aus wie neu.
Gleiches gilt für den Kolben. Da sind kaum Rusablagerungen. Da bin ich von 1970-Moppeds ff ganz anderes gewohnt.
Ich hab keine Historie von dem Teil. Es wirkt aber auf mich irgendwie, als wäre es vor dem Krieg nur kurz gelaufen und dann irgendwo "verbuddelt" worden. Bis es jetzt dann mal ausgegraben wurde.

Ich werde weiter berichten.
Vg.Rene


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 BeitragVerfasst: Mittwoch 19. Mai 2021, 08:12  Mit Zitat antworten  

Registriert: Montag 27. Februar 2012, 12:02
Beiträge: 71
ja irgendwie muss sie ja den 2 Welkrieg am stück überlebt haben.
Soweit ich weiß, wurde auch so was eingezogen.

Die Birne vorne ist meiner Erinnerung nach in der MZ, ggf. auch den simsons verbaut. Also dort nach händlern suchen. Meine Birne ist dann doch nach mind. 70 Jahren auf einem faden durchgebrannt.....
Willst du nachts was sehen, baue ein Halogen Fahrradlich ein oder fahre lieber langsamer. ist auch egal, so viel fährt man nachts nicht...die last an den lichtspulen muss stimmen, sonst stimmt die bordspannung nicht. also nicht einfach eine h4 birne rein, das wird vermutlich nicht gehen.....

überprüfe genau die zündzeitpunkteinstellung. Hast du eine Anleitung?
Ist der abreißfunken am umterbrecher extrem und der unterbrecher bruzzelt dahin, hast du vermutlich einen neuen kondensator eingebaut. Dann baue den alten ein, der geht sicher noch...
Beschäftige dich mit der kettenspannerei, das ist nicht so trivial. Es gibt kurze kettenglieder...

Frohes verstehen einfacher, beherschbarer technik


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 BeitragVerfasst: Sonntag 23. Mai 2021, 23:49  Mit Zitat antworten  

Registriert: Donnerstag 13. Mai 2021, 22:49
Beiträge: 6
Wohnort: Schwanstetten
Hallo Holger,

Danke für die Tipps. - Eine Anleitung für den Zündzeitpunkt hab ich (glaube ich). Danke!
Wobei diese Anleitung schon recht "grob" ist, wie ich finde: Nach dem Motto: "Kolben ~4mm vor OT, dann muss sich der Unterbrecherhebel 'anfangen zu bewegen'....".
Hmm. Naja. Keine Ahnung, was da rauskommt... - Ich hätte was mit Stroboskop o.ä. erwartet...
Aber gut: Ich schau, dass ich das Aggregat zuerst wieder zusammenbaue. Zündung ist noch unverändert in der Originaleinstellung (mit allen Originalteilen-die schauen echt gut aus) und dann mal ausprobiere.
Wenns geht, dann gut.
Ansonsten tauche ich da nochmal tiefer ein.

Thx. und sonnige Grüße
Rene.


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 BeitragVerfasst: Dienstag 25. Mai 2021, 09:35  Mit Zitat antworten  

Registriert: Montag 27. Februar 2012, 12:02
Beiträge: 71
Hallo Rene,

wir sind hier im Jahre 1939, da wird statisch der Zzp eingestellt.
Es gibt am Polrad zwei markierungen OT und ZZp aus der Erinnerung.
Bei Zzp muss der Unterbrecher aufgehen.
Unterbrecher Abstand wird glaube ich über das Gewinde der einen Kontaktfläche eingestellt.
Der Zzp über drehen der gesamten Platte.
Es ist aber schon etwas her, dass ich den Zzp eingestellt habe.
Wenn du keine Anleitung findest, kann ich dir eine Senden....

Vg Holger


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